Die Sonderausstellung im Bauernhofmuseum Jexhof "Geburt und Tod, Anfang und Ende des Lebens im Brucker Land", beeindruckte bei einem Besuch die Hospizbegleiterinnen des Hospizvereinsvereins Germering.

Besuch der Sonderausstellung „Geburt und Tod“Der Leiter des Jexhof, Dr. Jakob, führte kundig durch die interessant gestalteten Abteilungen. Herausragend dargestellt und dokumentiert war das Wirken der Hebammen in dieser Zeit. Interessante Parallelen zur Hospizarbeit zeigte die Aussage auf, dass es im Landkreis vereinzelt sogenannte "Seelennonnen" gab, die ins Haus geholt wurden, um den Sterbenden in den letzten Stunden beizustehen. Eine Hospizbegleiterin kann sich erinnern, dass es noch bis in den 1950 er Jahren in Unterpfaffenhofen eine ältere warmherzige Frau gab, "Leichenfanny" genannt, die von Haus zu Haus ging und die Dorfbewohner unterrichtete, wer gerade gestorben war. Heute gibt es für Schwerkranke und Sterbende die von der Engländerin Cecil Saunders gegründete Bewegung der Hospizbegleiter. Diese kommen auf Anforderung des betroffenen Kranken, seiner Angehörigen oder Betreuern nicht erst in den letzten Stunden, sondern unterstützen sie bereits beim Übergang von der kurativen in die palliative Behandlung. Sei es zur Entlastung der pflegenden Angehörigen oder Pflegekräfte in den Heimen, sowie auch in der Gestaltung der letzten Lebensphase. Sie bringen Zeit mit und die Begleiteten sollen sich geborgen fühlen. Am Ende des Besuchs im Jexhof fand sich in der Ausstellung noch ein wunderbarer Satz zum Nachdenken von der Schweizer Hebamme Maria Züricher: "Vielleicht ist der Tod nur eine umgekehrte Geburt. Gar am Ende steht da auf der anderen Seite eine gute Hebamme und hilft einem hinaus, in etwas Neues." Mittlerweile zeigen die Erfahrungen des Bayrischen Hospizverbandes, dass die von Hospizdiensten Begleiteten länger leben, ruhiger und gelassener sind.

Für Anfragen und Beratung erreichen Sie den Hospizverein Germering unter der Telefonnummer 0177 5665722.

Maria Stierhof