Hospizverein Germering zeigt Präsenz

Auch diesmal war der Hospizverein Germering beim Marktsonntag mit einem Stand vertreten und ehrenamtliche Mitarbeiter standen den ganzen Tag für Fragen und Gespräche zur Verfügung – zu Themen, die auf den ersten Blick nicht mit einem verkaufsoffenen Sonntag in Zusammenhang stehen, aber in jedem Fall mit dem Leben untrennbar verbunden sind und damit auch dem Charakter eines Marktes mit Begegnungen und Austausch entsprechen. 
 
Das Angebot wurde rege angenommen und neben individuellen Fragen zu Ausbildung und Arbeit im Ehrenamt für Hospiz- und Trauerbegleitung stand auch immer wieder das geplante stationäre Hospiz im Mittelpunkt des Interesses. 
Auch wenn der weit überwiegende Teil des Besucherstroms das leibliche Wohl, das Unterhaltungsangebot und die zusätzliche Einkaufsmöglichkeit im Blick hatte, so ließ sich am Interesse und an den Äußerungen doch ablesen,  dass Germering auf seine sozialen Einrichtungen und Netzwerke und damit auch auf den Hospizverein stolz sein kann – und dies auch ist. 
Grundsätzlich erfreulich ist, dass Themen über Sterben und Trauer, sei es die Begleitung, sei es die Gestaltung der letzten Lebensphase oder die Möglichkeiten palliativer Versorgung zunehmend aus der Tabuzone  herausgeholt und Berührungsängste abgebaut werden. Hier wird der Hospizverein Germering auch in Zukunft auf allen Ebenen als offener Gesprächspartner zur Verfügung stehen. 
Foto: Julia Hoheisel, Text: Walter Pawlik

 

Trauerzeit - Perlenzeit

 

Unter diesem Motto gestaltete der Hospizverein Germering gemeinsam mit Geistlichen der Germeringer Kirchen am 17. September eine stimmungsvolle Gedenkfeier in der Jesus Christus Kirche für die verstorbenen begleiteten Personen von Herbst 2017 bis Sommer 2019.
Eingeladen waren sowohl Angehörige als auch die ehrenamtlichen Begleiter, um im Gebet, dem Anzünden der Kerzen und in den 74 Namensnennungen noch einmal Abschied zu nehmen.

Pfarrer Thomas Schmidt als Vertreter der evangelischen Jesus Christus Kirche, Pastor Thomas Scheitacker von der freien ev. Gemeinde und Pastoralreferent Christian Kube (kath. Stadtkirche) gestalteten mit Schriftlesung, -Auslegung, Gebet und Segen diesen ökumenischen Gottesdienst.

Die Ehrenamtlichen Anna Dohle, Ilona Effner-Noll und Hannelore Spohn sowie Julia Hoheisel als Koordinatorin des Hospizvereins Germering nahmen mit besinnlichen Texten (Quelle: Rita Schäfer
, ©Vier- Türme GmbH, Verlag, Münster-schwarzach 2016) und der Gestaltung der „Mitte“ auf dem Altar mit einer Perlenspirale das Motto „Trauerzeit – Perlenzeit“ auf:
Aus Schmerzen (Trauer) kann etwas Neues, Kostbares entstehen.

 

Die vier von Gabi Baldus künstlerisch wunderschön gestalteten Kerzen, die während der Namens-nennungen an der Osterkerze entzündet wurden  und Licht und Wärme symbolisieren, werden künftig den Raum der Erinnerung an der Aussegnungshalle im Friedhof St. Martin bereichern.  

 

Anschließend an die Gedenkfeier gab es Gelegenheit, im Gemeindesaal bei Getränken und Knabbereien im Gespräch Rückschau zu halten auf den manchmal kurzen, manchmal langen, aber doch immer intensiven gemeinsamen Weg in der Begleitung.

 

(Foto: Ilona Effner-Noll, Text: Walter Pawlik)  

 

 

  

Ehrenamtliche, Koordinatorinnen und Mitglieder des Vorstands des Hospizvereins Germering besuchten am 24.08.2019 die Stadt Burghausen.

Dort liegt über der Salzach Europas längste Burg, durch deren sechs Höfe wir von einer historisch gekleideten Dame geführt wurden. Dabei wurde uns sehr lebendig und mit viel Humor das Leben der Wittelsbacher in den vergangenen Jahrhunderten geschildert, insbesondere das des Herzogs Georg „der Reiche“ und seiner Gattin Hedwig von Polen (deren Hochzeit 1475 ging als „Landshuter Hochzeit“ in die Geschichte ein).

Nach einem sehr guten Mittagessen im Burg-Café ging es dann hinunter in die denkmalgeschützte Altstadt – über 700 Stufen abwärts, wie unser Busfahrer vorher scherzhaft meinte. Tatsächlich waren es weit weniger und wir gelangten alle über eine schmale Gasse unbeschadet zum Marktplatz. Dort holte uns unsere sehr kundige und freundliche Burg- und Stadtführerin Pamela Fassoth-Wührer wieder zu einem einstündigen kurzweiligen Rundgang ab. Weiter ging es vom Stadtplatz bis ans Ufer der Salzach, an der Salzlände entlang und zu einem kurzen Besuch der größten Kirche St. Jakob.

Wir konnten an den Hochwassermauern sehen, dass die Salzach, deren Normalpegel unter 2 Meter liegt, bei Hochwasser auch schon die 9-Meter-Marke erreicht hat und versuchten, uns die Gewalt des Wassers vorzustellen und die bange Situation der Einwohner, ob die Schutzvorkehrungen wohl ausreichen.

Bestens versorgt mit vielen interessanten Informationen über die Stadt, die nicht nur durch die Wacker-Werke ein bedeutender regionaler Industriestandort ist, sondern auch darum bemüht ist, sich als Wissenschafts- und Universitätsstandort aufzustellen, beendeten wir die Altstadtbesichtigung mit einem Kaffee-Halt im "Bichl", bevor uns dann der Bus wieder schnell und sicher nach Germering zurückbrachte.

Es war ein rundum gelungener Tag, bei dem neben vielen Eindrücken über Burghausen auch für den Austausch untereinander genügend Raum blieb und das Gemeinschaftsgefühl sowie die Verbundenheit untereinander auf das Beste gestärkt wurde. Ein besonderer Dank sei den Organisatorinnen Marlies Kuba-Fiedler und Christl Lambers ausgesprochen.  

 

(Fotos: Jeannette Ahrens, Text: Walter Pawlik)

 Mitgliederversammlung am 16.05.2019

Neben den Berichten des Vorsitzenden, der Koordinatorinnen und der Schatzmeisterin, standen der Bericht der Revisoren sowie der Beschluss zur Entlastung des Vorstandes auf der Tagesordnung. Außerdem berichtete Herr Dr. Peter Braun über den aktuellen Stand der Planung des stationären Hospiz in Germering.

Julia Hoheisel ist seit Anfang des Jahres neben Barbara Innerkofler als zweite Koordinatorin für den Hospizverein tätig und stellte sich den anwesenden Mitgliedern vor.

Auch das Vorstands-Team kann durch die Wahl von zwei neuen Beisitzern personellen Zuwachs verzeichnen:

Neu im Gremium sind Herr Dr. Quirin Linhuber (Hausarzt und Palliativ-Mediziner) und Frau Elizabeth Braams (Betriebswirtin), die den Vorstand künftig fachlich und organisatorisch unterstützen werden.

                      

MV 2019

Foto: Jeannette Ahrens