Das 10-jährigen Bestehen des Hospizvereins Germering e.V. im Jahr 2010 hat uns veranlasst zu überlegen, wie wir das, was Hospizarbeit ausmacht, für Interessierte, Betroffene und in der Patientenversorgung tätige Mitarbeiter besser verständlich machen können.

In Form von Berichten von ehrenamtlich Tätigen wie auch von Betroffenen bieten diese Seiten die Möglichkeit, neben den sonst verfügbaren Informationen tiefere Einblicke zu erhalten. So werden hier im Lauf der Zeit Texte zugänglich, die beschreiben, was Menschen bewegt, ein Ehrenamt auszuüben und wie sie Begleitung erleben. Es wird sichtbarer, was es für die Betroffenen bedeutet und was ihnen in der schweren Zeit geholfen hat.

Auf dieser Seite finden Sie in Kürze und im Lauf der Zeit immer wieder Lesenwertes darüber, wie Angehörige die Zeit des Abschieds von ihren Lieben erlebt haben und warum in einem Hospizverein Ehrenamtliche Aufgaben wahrnehmen, die nicht unmittelbar mit der Begleitung von Patienten und Angehörigen zu tun haben und dennoch so wichtig sind.

Gelegentlich reinschauen lohnt sich! Allen, die hier ihren ganz persönlichen Einblick geben, herzlichen Dank!

In Form von Berichten von ehrenamtlich Tätigen wie auch von Betroffenen bieten diese Seiten die Möglichkeit, neben den sonst verfügbaren Informationen tiefere Einblicke zu erhalten. So werden hier im Lauf der Zeit Texte zugänglich, die beschreiben, was Menschen bewegt, ein Ehrenamt auszuüben und wie sie Begleitung erleben. Es wird sichtbarer, was es für die Betroffenen bedeutet und was Ihnen in der schweren Zeit geholfen hat.

Alles ist möglich und erlaubt

Ich gehe aus dem Haus und mache meine gedankliche Tür hinter mir zu. Auf dem Weg zur sterbenden Frau, die ich begleite, gehen mir Gedanken durch den Kopf: Wie werde ich sie heute antreffen? Schläft sie, wird sie sprechen können? Kann sie heute auf sein? Wie wird ihr Gesamtzustand sein?

Acht Besuche

Zehn Uhr – Termin bei Schwester D. in einem Altenheim im Landkreis. Ich bin sehr freundlich empfangen worden und werde im Bezug auf die Begleitung, die ich übernehmen soll und darf, gefragt zu meinen Vorstellungen und Erwartungen, die ich so konkret gar nicht hatte. Völlig offen auf jemanden zugehen – egal, wie alt, krank oder behindert derjenige ist – ist meine Grundhaltung.

Wenig Gutes... viel Schlimmes

Es ist der vierte Besuch bei Frau Sch. Sie hatte vor fünf Jahren einen Schlaganfall. Sie kann sich nicht mehr selber versorgen und ist ungern allein. Bei den ersten Besuchen habe ich sie als eine sehr mitteilsame Dame erlebt. Sie hat mir dabei viel von ihren Schicksalen berichtet. Von ihren Verwandten ist nur noch ihr ältester Sohn am Leben, der aber weit weg wohnt und nur ab und zu mal anruft (Weihnachten, Geburtstag). Sie kann sehr gut hören, aber sehr schlecht sehen und ist eingeschränkt in ihrer Wahrnehmung. Sie ist ansonsten meistens sehr wach und hat einen ausgeprägten Sinn für Humor. Sie lacht sehr gerne. Auch über sich selber macht sie Witze, eine Art Galgenhumor. Ich helfe ihr beim Gehen, indem ich sie stütze. Bei dem schönen Wetter möchte sie im Garten sitzen. Ich helfe ihr, sich hinzusetzen. Sie ist heute sehr abwesend.

Glauben Sie an Wunder?

Frau A. sitzt in ihrem Lehnsessel. Ich begrüße sie und entschuldige mich, dass ich diese Woche nicht wie gewohnt mittwochs, sondern erst heute, Donnerstag komme. Sie blickt mich etwas missbilligend an. Sie habe gestern so schön den Kaffeetisch decken lassen und dann auf mich gewartet. Ich erkläre ihr, dass ich doch deswegen angerufen habe. Die Nachricht scheint nicht angekommen zu sein. „Es macht mich verrückt“, sagt sie, „wenn das Telefon klingelt, kann ich gar nicht so schnell aufstehen. Sehen Sie nur!“ Sie versucht, mühsam aufzustehen. Es klappt beim vierten Versuch. Ich helfe ihr dabei, soweit sie das will. Ob wir die Kaffeestunde von gestern nachholen wollen, frage ich sie. Sie will nicht. „Ich bin noch voll vom Mittagessen. Ich habe keine Kraft. Es wird von Tag zu Tag weniger. Am liebsten würde ich sterben. Und überhaupt. Ich vergesse auch so viel. Das Wort liegt mir oft auf der Zunge und ich weiß es nicht. Das macht mich verrückt.“

In Form von Berichten von ehrenamtlich Tätigen wie auch von Betroffenen bieten diese Seiten die Möglichkeit, neben den sonst verfügbaren Informationen tiefere Einblicke zu erhalten. So werden hier im Lauf der Zeit Texte zugänglich, die beschreiben, was Menschen bewegt, ein Ehrenamt auszuüben und wie sie Begleitung erleben. Es wird sichtbarer, was es für die Betroffenen bedeutet und was Ihnen in der schweren Zeit geholfen hat.

Besser verstehen

Mein erster Kontakt zur Begleitung eines Sterbenden war im Sommer 2005, als ein guter Freund von mir im Alter von 40 Jahren an Krebs erkrankte und bereits nach wenigen Wochen in einem stationären Hospiz verstarb. Ihm in seinen letzten Wochen nahe zu sein und ihn im Hospiz als enger Freund begleiten zu dürfen, hat mich tief bewegt und meinen Bezug zu Abschied, Sterben und Tod verändert. Seiner Frau und seinen Kindern in der Zeit des Abschieds und in der Zeit danach eine Stütze zu sein, hat ebenso Spuren in mir hinterlassen. Selbst einen lieben Menschen zu verlieren war ein schmerzlicher Prozess. Die Familie in dieser Zeit zu begleiten mit allen Gefühlslagen war eine Herausforderung.

Jedes Sterben wird anders empfunden

Als mir vor vielen Jahren eine Freundin von ihrer Teilnhme an einem Hospiz-Lehrgang erzählte, war ich daran sehr interessiert, konnte mir aber nicht vorstellen, den zeitlichen Aufwand mit meiner familiären Situation in Einklang zu bringen.

Ein paar Jahre später starb mein Mann völlig unerwartet im 66ten Lebensjahr, nachdem ich ihn noch eine Woche lang am Krankenbett begleitet hatte. Ich erlebte mich in dieser schrecklichen Situation als hilfloser Beobachter, doch auch mit einer gewissen Fähigkeit, Beistand geben und den Abschied hinnehmen und für uns akzeptieren zu können.