Wenn Sie schwer erkrankt sind, mag das Wort Hospiz wie eine Bedrohung klingen. „Soweit ist es noch nicht mit mir“ – das ist richtig, wenn man Hospiz in erster Linie mit Sterben in Verbindung bringt. Aber Hospiz ist mehr. Hospiz ist Lebensbegleitung bei schwerer Erkrankung und setzt dort an, wo eine lebensbegrenzende Situation festgestellt wird und nicht erst dann, wenn – aus medizinischer Sicht und auf den ersten Blick – „nichts mehr gemacht werden kann“. Unsere Hospiz- und Palliativmitarbeiter wenden ihren Blick auf das, was Ihnen jetzt wichtig ist – nicht einzig auf das Sterben. Sie helfen, das durch Krankheit veränderte Leben zu gestalten und haben dabei Ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse im Blick. Sie können mit den Höhen und Tiefen im Krankheitsverlauf umgehen und sind da, wenn sie gebraucht werden.

Vielleicht prägen körperliche Einschränkungen, medizinische und pflegerische Versorgung, psychische Belastungen und Fragen wie die nach dem „Warum?“, „Warum ich?“, „Was kommt danach?“ in unterschiedlicher Weise Ihren Alltag. Als Angehöriger befinden Sie sich in einem Prozess, der Sie sehr fordert und an Ihre Grenzen bringt. All diese Erfahrungen bergen viele Fragen, Gefühle und Wünsche in sich, die sehr unterschiedlich und sehr wechselhaft sein können. Von „Ich schaffe das“ über „Ich weiß nicht, wie es weiter geht“ bis hin zu „Ich will nicht mehr“ gibt es viele Nuancen von Emotionen, die einen Menschen heraus- und oft überfordern.

Wenn Sie also durch eine Erkrankung herausgefordert sind, eine lebensbegrenzende Diagnose zu bewältigen, wenn Ihnen abverlangt wird, sich auf eine veränderte Lebenssituation einzustellen oder wenn Sie mit dem bevorstehenden Verlust eines nahestehenden Menschen umgehen lernen müssen, dann finden Sie in einer Hospizeinrichtung Menschen, die nicht nur ein Begleiter im Sterben sind, sondern auch im Leben. Weil Hospiz eben auch Lebensbegleitung ist.

Ambulanter Hospizdienst

 
 
HOSPIZBEGLEITUNG

Unsere qualifizierten Hospizbegleiter/innen haben Zeit und bringen auf vielfältige Weise Entlastung. Auf den Umgang mit schwerkranken Menschen vorbereitet schaffen sie eine Atmosphäre, in der Lebensbegrenzung und Lebenswille einander nicht ausschließen.

So lassen sich Menschen ermutigen, sich mit der eigenen Sterblichkeit zu beschäftigen und Unerledigtes zu regeln. Dabei unterstützen die Begleiter/innen in der Auseinandersetzung mit den persönlichen Fragen. Für vorhandene Gedanken, Bedürfnisse und Wünsche aber haben sie ein ausgeprägtes Verständnis und pflegen einen wohltuenden Umgang.

Die Mitarbeiter/innen sind jeglichen Alters und mit unterschiedlichster Lebenserfahrung. So spiegeln sie die Unterschiedlichkeit der Menschen in der Stadt wider und werden zu einem wertvollen und persönlichen Begleiter auf Augenhöhe.

Für ihren Einsatz werden sie intensiv geschult und auf die besonderen Lebenssituationen vorbereitet. Die Einsätze werden ergänzt durch Fortbildung, regelmäßige Treffen untereinander und Supervision. So erweitern die Begleiter/innen ständig ihr Wissen und erhalten praktische Unterstützung. Sie reflektieren ihr Tun und vertiefen ihr Verständnis für den Blick der Betroffenen.

Auf diesem Hintergrund sind sie auch über längere Zeiträume ein kompetenter, verlässlicher und vertrauensvoller Wegbegleiter.

Durch ihr Dasein, ihr offenes Ohr und mit ihrer hospizlichen Haltung gehen sie den Lebensweg der Krankheit, des Alters und des Sterbens mit und bleiben auch dann, wenn andere „gehen“.

 
 
PALLIATIVBERATUNG

Unsere Palliativ-Fachkräfte verfügen über psycho­soziale und palliativpflegerische Kompe­tenzen. So geben sie Menschen am Lebens­ende, unheilbar Erkrank­ten und Angehörigen praktische Tipps mit Blick auf die Besonder­heiten einer lebensbegrenzenden Erkrankung oder der letzten Lebens­phase. Sie schaffen Sicherheit durch voraus­­schauendes Denken und Handeln und vermit­teln weitere Hilfen, um Überforderung zu ver­hin­dern und auf Veränderungen vorzu­bereiten.

Krisen im Krankheitsverlauf sind nicht planbar – deshalb ist Beratung zeitlich und örtlich flexibel möglich. So werden Hausbesuche wie auch Beratungen im Hospizbüro, während wie auch außerhalb der Bürozeit angeboten.

So gehen Palliativ-Fachkräfte beschwerliche Zeiten im Krankheitsverlauf mit und bleiben für Fragen, Sorgen und Nöte auch außerhalb gewöhnlicher Bürozeiten erreichbar.

 

Nicht weil Kälte unter den Menschen herrscht, wagen wir die Begegnung nicht. Weil wir die Begegnung nicht wagen, herrscht Kälte unter den Menschen.
Kurt Haberstich, Schweizer Buchautor